Ko- und Auftragsproduktionen

arte Wunderwelt

Ein Sommer in Sibirien


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arte

Sender:
arte

Sendung:
Wunderwelt

Sendedatum:
04.06.2013

Regie:
Torge Wittern-Kochs


In der Wildnis und Weite am Baikalsee lebt ein Volk schon seit Jahrhunderten nach seinen eigenen Regeln: die Burjaten. Ihr Alltag ist geprägt von religiösem Schamanenkult und ausgeprägtem Familiensinn. Ein einzigartiges Paralleluniversum im neuen Russland, das Sehnsüchte nach einem freien und geborgenen Leben weckt.

Die Burjaten führen ein Leben im Einklang mit einer gewaltigen Natur: weite Steppe, majestätische Hügel, dichte Wälder und ein See, der auch das „heilige Meer“ genannt wird: der Baikalsee. Noch vor wenigen Jahrzehnten zogen sie noch in Jurten umher, stets auf der Suche nach Futter für ihre riesigen Kuh- und Pferdeherden. Doch Stalin verbot ihr Nomadendasein und zwang sie, sesshaft zu werden. Seitdem leben sie in kleinen Holzhäusern, doch ihre schamanische Rituale und ein ausgeprägter Ahnenkult bestimmen noch immer ihr Leben.

Diese fremde und faszinierende Welt erleben wir aus dem Blick einer Familie, deren Oberhaupt der Stammesschamane einer ganzen Region ist: Aleksandr Niemaewitsch Ogunov. Gemeinsam mit seiner Frau, seinen sieben Kindern und vierzehn Enkeln bewirtschaftet er einen riesigen Hof im malerischen Tunka-Tal Burjatiens, nur achtzig Kilometer vom Ufer des Baikalsees entfernt.

Bildergalerie

Der August ist die arbeitsreichste Zeit des Jahres. Der kurze heiße Sommer muss genutzt werden, um die gigantischen Heufelder zu ernten, Viehfutter für die lange Zeit zwischen Oktober und Mai, in der das Land wieder komplett zugefroren ist. Doch neben der harten körperlichen Arbeit wartet auf den Schamanen Aleksandr auch noch die tägliche Arbeit als Seelsorger. Von täglichen kleinen Sitzungen bei ihm zuhause bis zum "großen Ritual", einem riesigen Opferfest: Nur der Schamane kann mit dem Gott "Burchan" und seinen Geistern, den "Tengery" in Verbindung treten, sie um Hilfe und Beistand bitten und seinen Mitmenschen Trost spenden und das Böse aus ihrem Leben verbannen.

Mehrere Wochen verbrachten Kameramann Jürgen Heck, sein Assistent Yannick Schmeil und Filmemacher Torge Wittern-Kochs auf dem Hof des Schamanen am Baikalsee. Sie wurden nicht nur in die Arbeitsabläufe integriert, sondern durften sogar am "großen Ritual" teilnehmen, dem wichtigsten Zeremoniell im Leben eines Schamanen. Auch die Frauen und kleinen Kinder der Familie, die während der Heuernte den Hof alleine bewirtschaften, hießen das Team aus Deutschland schnell willkommen und ließen sie an ihrem Alltag ihrer Arbeit und den Vorbereitungen für den Winter teilhaben.