SPIEGEL TV REPORTAGE

SPIEGEL TV Reportage

Todsicheres Geschäft - Das Bestattungshaus


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Sender:
Sat.1

Sendeplatz:
SPIEGEL TV Reportage

Sendedatum:
06.05.2015

Regie:
Markus Grün


Rund 1500 Verstorbene bringen Ferdinand Pfahl und seine rund hundert Mitarbeiter jährlich unter die Erde. In einem einmaligen Filmprojekt durfte Spiegel-TV Autor Markus Grün die Trauerarbeit des Bestatters exklusiv dokumentieren.

Ein Suizid, ein Unfall, ein Herzinfarkt. Zwei Männer und eine Frau sind in der Nacht verstorben und wurden bereits am Morgen in der Kühlkammer von Ferdinand Pfahl aufgebahrt. „Wir haben noch niemanden weggeschickt“, scherzt der Bestattungsunternehmer mit rheinländischem Galgenhumor. Innerhalb der nächsten zehn Tage muss der Firmenchef die Toten beisetzten lassen. So sieht es das Bestattungsgesetzt in Nordrhein-Westfalen vor.

Rund 1500 Verstorbene bringen Ferdinand Pfahl und seine rund hundert Mitarbeiter jährlich unter die Erde. Deutschlandweit, aber vor allem in Rheinbach, bei Bonn. Hier hat das Familienunternehmen seinen Stammsitz, in fünfter Generation.

Einst war die Traditionsfirma eine Schreinerei, die nebenbei Särge herstellt. Heute gilt Ferdinand Pfahl als größter Bestatter in der Region. Bis zu 14 Menschen beerdigt er täglich. Der umtriebige Unternehmer bietet günstige Beisetzungen im Internet an, verkauft Särge im Discounter und pflegt hervorragende Kontakte zur Prominenz. Er beerdigte Schauspieler Klaus-Jürgen Wussow, setzte Entertainer Harald Juhnke bei und gab auch dem Vater von Ex-Außenminister Guido Westerwelle das letzte Geleit.

Der 56-jährige weiß genau, wie man Angehörige tröstet, stand aber auch bereits selbst mit einem Bein im Grab. Nach einer gescheiterten Ehe wurde er von seiner Geliebten verlassen, strauchelte in der Politik und versuchte sich schließlich das Leben zu nehmen. In einem einmaligen Filmprojekt durfte Spiegel-TV Autor Markus Grün die Trauerarbeit von Ferdinand Pfahl exklusiv dokumentieren.