Ko- und Auftragsproduktionen

Terra X

Welt der Mumien


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SPIEGEL TV

Sender:
ZDF

Sendeplatz:
Terra X

Sendedatum:
27.07.2014

Regie:
Nanje de Jong-Teuscher
Hendrik Behrendt


Der Wunsch den Tod zu überwinden ist so alt wie die Menschheit. Bei vielen Völkern ist dieser Wunsch eng an die Erhaltung des Körpers geknüpft. Vor allem die alten Ägypter sind berühmt für die Kunst der Einbalsamierung.

Den von ihnen konservierten Leichnamen verdanken die „Mumien“ auch ihren Namen. Er leitet sich von dem Wort Mumia ab, der arabischen Bezeichnung für Bitumen oder Erdpech. Heute werden jedoch alle Leichname als Mumie bezeichnet, die durch natürliche Umstände oder künstliche Verfahren vor der Verwesung bewahrt werden. Die Art und Weise der Konservierung ist dabei so unterschiedlich wie die Landschaften, in denen die Menschen einst lebten.

Ganz ähnlich wie die alten Ägypter gingen z.B. die Chachapoya bei der Einbalsamierung vor, ein sagenumwobenes Kriegervolk, das an den Berghängen der peruanischen Ostkordilleren siedelte. Für die spanischen Konquistadoren waren sie die weißesten und schönsten Bewohner Perus. Und tatsächlich scheinen die „Nebelkrieger“ oder „Wolkenmenschen“, wie man die Chachapoya auch nennt, nichts mit den Indiovölkern des südamerikanischen Kontinents gemein zu haben.

Bildergalerie

Die Mumien in der Gruft des Kapuzinerklosters in Palermo dagegen, verdanken ihren Erhalt dem einzigartigen Klima, das in den unterirdischen Gängen herrscht. Gut 200 Jahre lang, von 1600 bis 1838, diente die Gruft als natürlicher „Mumifikator“. Leichname, die auf dem vulkanischen Tuffgestein abgelegt wurden, trockneten innerhalb weniger Monate vollständig aus, da das poröse Gestein sämtliche Körperflüssigkeiten aufnahm. Danach wurden die Körper nochmals mit Essig abgewaschen und in der Sonne getrocknet, bevor sie, mit ihren besten Roben bekleidet an den Wänden der Gruft ausgestellt wurden. Insgesamt gibt es dort mehr als 2000 Mumien. Als schönste von ihnen gilt die der zweijährigen Rosalia Lombardo, die 1920 an der Spanischen Gruppe starb. Wer sie sieht, kann kaum glauben, dass das Kind nicht nur schläft, sondern seit fast hundert Jahre tot ist. Das Rätsel um ihren Erhaltungszustand wurde erst vor wenigen Jahren gelöst.

Darüber hinaus gibt es unzählige Körper, die nicht aus religiösen Gründen, sondern aus reinem Zufall konserviert wurden. Sand, Moor, Eis oder Salz können wesentlichen Einfluss darauf nehmen, ob ein Körper zerfällt oder „ewig“ besteht. Meist ging ein Unfall der unfreiwilligen Mumifizierung voraus. Jahrtausende alte Schicksale, die wir, Dank der erhaltenen Körper noch heute nachvollziehen können.

Terra X begleitet den Mumienforscher Dr. Albert Zink und Mitarbeiter des „German Mummy Project“ bei ihren spannenden Einsätzen weltweit und macht dabei erstaunliche Entdeckungen in der Welt der Mumien.