Ko- und Auftragsproduktionen

Sat.1

Inside IKEA


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SPIEGEL TV

Sender:
Sat.1

Sendedatum:
02.03.2016

Regie:
Gesine Müller
Gerrit Jöns-Anders


Ob Billy-Regal, Köttbullar oder Bälleparadies – die IKEA Welt steht längst nicht mehr nur für trendige skandinavisches Möbel, sondern für ein globales Lebensgefühl: cooles Design zum attraktiven Preis, gute Gastronomie und großzügige Kinderbetreuung, clevere Kundenbindung durch kulanten Service.

Während andere Anbieter Wohnwelten kreieren, schafft IKEA ein „Zuhause“. Ein Zuhause, in dem die ganze Familie gemeinsam kocht, isst und lacht, der Hund unter dem Küchentisch liegt und Oma mit den Enkeln spielt. Hier hat der triste Alltag keinen Zutritt, hier stört kein Konflikt das Bild. IKEA ist Bullerbü und Patchwork-Feeling zugleich. Eine marketingtechnische Meisterleistung.

IKEA kann glücklich machen, wenn man denn bereit ist, selbst Hand anzulegen und aus sperrigen Kartons - die man noch dazu selbst transportieren muss – das Schranksystem Pax oder die Kommode Malm hervorzuzaubern und mit dem legendären Inbusschlüssel zusammenzuschrauben. Fortgeschrittene wagen sich gar an den Do-it-yourself Küchenbau. Ein Plan, der sicher schon viele Paare an den Rand des Nervenzusammenbruchs gebracht hat, aber auch hier haben die sympathischen Schweden vorgesorgt: Der Kunde verzeiht, wenn etwas nicht ganz rund läuft, jedenfalls meistens. Einmal IKEA, immer IKEA, spätestens dann wieder, wenn die Kinder ausziehen und ihre erste eigene Wohnung möblieren.

1974 öffnete der erste Markt des Möbelhändlers in Deutschland, um in München Eching auf 9.000 Quadratmetern all die Betten, Stühle, Tische und Regale anzubieten, für die das Unternehmen mittlerweile weltbekannt ist. Der Werbe-Claim damals: „Wer jung ist, hat mehr Geschmack als Geld.“ Die Schweden trafen einen gesellschaftlichen Nerv: Denn insbesondere Studenten und junge Familien wollten sich anders möblieren als ihre Eltern. Kiefer natur statt Eiche rustikal. Lässiger Sitzsack statt Polstersessel im Brokat-Look. Heute sieht sich IKEA in Deutschland als Marktführer. Rund 87 Euro gibt jeder Kunde im Schnitt bei seinem Besuch in einer der landesweit etwa 50 Filialen aus. Dafür gibt es schon diverse Kleinmöbel, aber viel öfter sind es Teelichter, Servietten, Bilderrahmen, Badematten und Küchenutensilien, die auf dem langen IKEA Parcours ihren Weg in die überdimensionierte Einkaufstasche „Frakta“ finden.

Bildergalerie

A propos: Im Winter eignet sich die schier unverwüstliche Tragetüte hervorragend zum Rodeln. Jugendlicher Übernachtungsbesuch transportiert gerne sein Bettzeug im blauen Beutel. Auch als Strandtasche leistet „Frakta“, die laut Hersteller mit 25 Kilogramm beladen werden kann, jahrelang treue Dienste und trägt ganz nebenbei das IKEA Image in die Welt.

Sicher ist: Ob man Klippan und Co. hasst oder liebt, IKEA lässt niemand kalt. Zugleich verbergen sich hinter der Marke viele Mythen und viel zwar unnützes, aber trotzdem interessantes Wissen: Wussten Sie, dass der IKEA Katalog mit rund 220 Millionen Exemplaren eines der meistgedruckten Bücher überhaupt ist? Dass die Produktdesigner regelmäßig „echte“ Menschen in „echten“ Wohnungen besuchen, um ein Gefühl für ihre praktischen Bedürfnisse zu bekommen? Ein Blick durchs Schlüsselloch, der in jedem Beobachtungsland unterschiedlich ausfällt.

„Faszination IKEA“ schaut hinter die Kulissen des schwedischen Möbel-Giganten. Im Gespräch mit lustigen und launigen Prominenten suchen wir eine Antwort auf die Frage, wie es der Anbieter schaffen konnte, trotz gelegentlich fehlender Schrauben und mitunter merkwürdiger Montageanleitungen zu einem der erfolgreichsten Familienunternehmen der Welt zu werden.